Saarbrücker Zeitung 4.5.2002:

Ramstein und die seelischen Folgen

Koblenz (epd). Für die Opfer der Flugschau-Katastrophe auf der rheinland-pfälzischen Airbase Ramstein im Jahr 1988 bleibt die Frage der staatlichen Entschädigung für so genannte seelische Spätfolgen weiter ungeklärt. Damals waren Maschinen einer italienischen Kunstflugstaffel zusammengestoßen und in die Zuschauermenge gestürzt. Die Erste Zivilkammer des Landgerichtes Koblenz entschied am Donnerstag, ein medizinisches Gutachten einzuholen. Der Sachverständige müsse klären, ob die geltend gemachten "posttraumatischen Belastungssyndrome", die bei den Klägern erst Jahre nach der Flug-Katastrophe aufgetreten sind, schon 1988 in Fachkreisen als Krankheitsbild bekannt gewesen seien, erklärte der Vorsitzende Richter Wolfgang Arenz. Davon sei die rechtliche Beurteilung der Verjährung abhängig. Der Zivilprozess in Koblenz wird von fünf Klägern, drei Frauen und zwei Männern, stellvertretend für 100 Ramstein-Opfer gegen die Bundesrepublik Deutschland geführt. Diese weigert sich bislang mit dem Argument der Verjährung, das geforderte Schmerzensgeld bis zu einer Höhe von jeweils 51000 Euro zu zahlen. Für körperliche Verletzungen haben Ramstein-Opfer von der Bundesrepublik bisher rund 30 Millionen Mark (15,3 Millionen Euro) erhalten.